Nach schwierigem Start, hohem Rückstand und einer wilden Schlussphase gewinnt der MTV Braunschweig gegen die HG Saarlouis mit 34:33. In Gruppe 2 setzt sich der EHV Aue gegen den TV Gelnhausen durch.
Was für ein Handball-Nachmittag in der Alten Waage. Vor 1200 Zuschauern hat der MTV Braunschweig in der Aufstiegsrunde ein Spiel gewonnen, das lange Zeit in eine andere Richtung lief. Gegen die HG Saarlouis lag die Mannschaft von Volker Mudrow zur Pause mit 14:19 zurück, nach 42 Minuten sogar mit 20:28. Doch der MTV gab sich nicht auf, kämpfte sich Tor um Tor zurück und belohnte sich in den letzten Sekunden durch Philipp Moritz Krause mit dem 34:33-Siegtreffer.
Schon vor dem Anwurf war die Anspannung spürbar. Der MTV wirkte in der Anfangsphase gehemmt, Saarlouis dagegen kam deutlich besser in die Partie. Die Gäste machten vieles konsequenter, nutzten ihre Chancen und profitierten davon, dass Braunschweig zunächst zu viel geschehen ließ. Immer wieder waren gute MTV-Aktionen dabei, doch zu häufig fehlte der letzte Schritt. Angriffe wurden nicht sauber zu Ende gespielt, Abschlüsse nicht konsequent genug genutzt. Fairerweise gehörte dazu auch ein starker Auftritt im Saarlouiser Tor, wo mehrere wichtige Paraden den MTV zusätzlich ausbremsten.
Nach nicht einmal acht Minuten musste Mudrow beim Stand von 2:6 die erste Auszeit nehmen. Kurz darauf stand es sogar 2:8, ehe Lukas Friedhoff, Rick Harder, Bela Pieles und Jan-Bennet Kanning wieder etwas Zugriff herstellten. Der MTV arbeitete sich zwischenzeitlich auf 9:11 und später auf 11:13 heran, doch Saarlouis blieb abgeklärt. Die Gäste zogen bis zur Pause erneut davon und gingen mit einer 19:14-Führung in die Kabine.
Auch der Start in die zweite Halbzeit brachte zunächst keine echte Wende. Saarlouis erhöhte weiter, der MTV musste nach gut 33 Minuten zudem die Disqualifikation von Tim Janos Otto verkraften. Als die Gäste in der 42. Minute auf 20:28 stellten, sprach vieles gegen Braunschweig. Doch genau in dieser Phase begann die Aufholjagd.
Milan Mazic und Lukas Friedhoff setzten erste Impulse, dann übernahm Philipp Moritz Krause immer mehr Verantwortung. Der Rückraumspieler traf in der entscheidenden Phase mehrfach und brachte den MTV Tor um Tor näher heran. Aus dem 20:28 wurde ein 26:29, aus dem 27:30 ein 29:30. Saarlouis nahm die Auszeit, doch der Druck in der Alten Waage wurde immer größer. Knapp sechs Minuten vor Schluss war die Partie durch Krauses Treffer zum 30:30 wieder komplett offen.
Die Schlussphase wurde dann zu genau dem Kampf, den die Aufstiegsrunde verspricht. Saarlouis legte noch einmal vor, Melf Hagen glich aus. Tom Paetow brachte die Gäste erneut in Führung, Jan-Bennet Kanning stellte auf 32:32. Als Hagen in der 58. Minute zum 33:32 traf, war der MTV erstmals vorn. Nach einer Zeitstrafe gegen Bela Pieles und dem Ausgleich durch Lars Weißgerber 13 Sekunden vor Schluss schien alles auf ein Remis hinauszulaufen.
Doch der MTV hatte noch einen Angriff. Und der wurde zum Moment des Nachmittags. Philipp Moritz Krause nahm sich die Verantwortung und traf drei Sekunden vor dem Ende zum 34:33. Danach brach in der Alten Waage der Jubel aus.
Krause war mit sieben Treffern bester MTV-Schütze, Melf Hagen kam auf sechs Tore, Jan-Bennet Kanning und Rick Harder trafen je fünfmal. Für Saarlouis waren Yves Kunkel mit acht sowie Sven Eberlein und Zeb Bjerneld mit je sieben Treffern am erfolgreichsten.
Auch in der zweiten Aufstiegsgruppe wurde gespielt: Der EHV Aue setzte sich in der Erzgebirgshalle vor 1620 Zuschauern mit 34:30 gegen den TV Gelnhausen durch. Damit bleibt nicht nur die MTV-Gruppe eng im Fokus, sondern auch der Blick auf die gesamte Aufstiegsrunde spannend.
Am Ende stand für den MTV ein Sieg, der weit mehr war als zwei Punkte. Die Mannschaft zeigte nach einer schwierigen Anfangsphase, nach einem hohen Rückstand und nach vielen vergebenen Chancen enorme Moral. Nicht alles war sauber, nicht alles war souverän, aber dieser Nachmittag hat gezeigt: Diese Mannschaft bleibt dran, glaubt an sich und kann auch Spiele drehen, die längst verloren wirken.